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Translinum

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Ganzheitliche Verwendung der Ölleinpflanze unter Nutzung des anfallenden Faserstrohs in modifizierten Verfahren der nichttextilen Verarbeitung von Naturfasern sowie zur energetischen Nutzung

LEADPARTNER

 

Sachsen-Leinen e.V.               

Ebersbacher Straße 1

D-08396 Waldenburg

 

 

Tel: +49 (0) 3763 / 52792

Fax: +49 (0) 3763 / 52791

E-Mail: info@sachsenleinen-ev.de

 

 
Förderzeitraum:

vom 1. April 2009 bis 30. März 2012 

 

Projektzielsetzung:

In Fortsetzung der langjährigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen tschechischen und deutschen Einrichtungen im Rahmen des Förderprogramms Interreg III A zur Thematik „Energieeffizienz -Erneuerbare Energien - Nachwachsende Rohstoffe“ widmet sich das Ziel 3-Projekt TRANSLINUM den stofflichen und energetischen Nutzungsmöglichkeiten der Ölleinpflanze. 

Im dem Verbundprojekt steht die ganzheitliche Verwendung der Ölleinpflanze unter Nutzung des anfallenden Faserstrohs in modifizierten Verfahren der nichttextilen Verarbeitung von Naturfasern sowie zur energetischen Nutzung in einer länderübergreifenden Kooperation im Vordergrund.

Die Projektleitung hat Sachsen-Leinen e. V. in Waldenburg, als Leadpartner inne. Kooperierende Projektpartner sind neben dem Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH der Tschechische Flachsverband (Lnářský svaz ČR), Šumperk, sowie die Technische Universität Chemnitz, Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK).

Das Projekt widmet sich folgenden Schwerpunkten:

Sortenwahl von Öllein für die Doppelnutzung

Logo Lnarsky svaz2.jpg Untersuchungen zur Sortenwahl im Bezug auf Stroh- und Faserertrag aber auch Faserqualität sollen das Ziel der Erreichung einer wirtschaftlichen Umsetzung des Verfahrens erhöhen. In einem Parzellenversuch im Kreis Teplice werden verschiedene Öllein- und Zweinutzungssorten gegenübergestellt, die qualitativen Eigenschaften des Stroh- bzw. Fasermaterials im Zusammenhang mit der Gewinnung von Samen und Öl ermittelt und in die wirtschaftliche Betrachtung integriert. Ziel muss es sein, durch die qualitativ wie quantitativ hochwertige Erzeugung der beiden Hauptprodukte (Stroh und Samen) eine dauerhaft tragfähige Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Traditionelle wie auch neuere Sortenlinien werden in die Versuche und Betrachtungen einbezogen.

Feldentholzung von Öllein

logo SachsenLeinen e.V..jpg Ziel ist es, das Faserstroh während und nach dem traditionellen Samendrusch feldmobil zu entholzen. Eine wirtschaftliche Gewinnung von Naturfasern, wie Flachs und Hanf war in der Vergangenheit nur auf Basis von stationären Aufschlussanlagen bekannt. Dabei werden die Fasern auf Basis unterschiedlicher Technologien von den Schäben mechanisch getrennt.

Durch eine neue Technologie sollen die Fasern schon auf dem Feld mit einer selbstfahrenden Maschine aus dem feldgetrockneten Strohschwad gelöst werden und für bestimmte Anwendungsbereiche nutzbar aufbereitet werden.

Mit der erfolgreichen Umsetzung des Teilprojektes wird eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Ölleinanbaues erwartet, die zur Ausweitung der Ölleinkultivierung führen soll. Neben wirtschaftlichen Effekten kann damit zusätzlich eine Lockerung der getreidebetonten Fruchtfolgen erreicht werden.

 Einsatz von Ölleinstroh - Strukturmattenherstellung

logo SachsenLeinen e.V..jpgIm Rahmen eines F&E- Forschungsthemas wurde in Sachsen ein Verfahren entwickelt, Kfz-Strukturbauteile aus unentholztem Flachsstrohhäcksel herzustellen. Im Ergebnis waren die technologischen Werte der Produkte mit den Standard-Bauteilen vergleichbar.

Einzig das Ziel der Kostenreduzierung des neuen Verfahrens um 30% konnte nicht erreicht werden. Bei der kombinierten Nutzung von Ölsamen und Strohstängeln aus der Ölleinpflanze ist dieses Ziel zu erwarten.

Zur Reduzierung der Produktionskosten im naturfaserbasierten Strukturleichtbau spielen Rohstoffkosten eine bedeutende Rolle. Der Austausch von Flachsfasern durch Ölleinfasern bzw. das Zumischen von bedeutenden Anteilen an Ölleinfasern lassen vermuten, dass die Herstellungskosten günstiger werden.

Einsatz von Öllein als Füllstoff für Spritzgusscompounds 

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Zur Erhöhung der Steifigkeit in Spritzgussprodukten werden heute überwiegend Glasfasern beigemischt. Wegen technologischen (hohes Gewicht) und wirtschaftlichen (hoher Rohstoffpreis) Gesichtspunkten wird verstärkt auf Pflanzenfasern zurückgegriffen.

Andererseits werden so genannte WPC- Produkten (wood-plastic-compounds) Holzfasern zugemischt, um die Herstellungskosten durch Teilaustausch des teuren Polypropylen durch billige Holzfasern zu reduzieren.

Mit der Verwendung von Ölleinstroh im Spritzguss werden beide Effekte bei weiterer Kostenreduzierung gleichzeitig erwartet. Stark eingekürztes und aufgespleistes Ölleinhäcksel kann durch den Fasergehalt sowohl die Steifigkeit des Produktes erhöhen als auch durch die Zuführung der Schäben den Polypropylenanteil reduzieren.

 

Energetische Nutzung von Ölleinschäben

Logo Lnarsky svaz2.jpgIm Vergleich zu Faserleinen ist die züchterische Bearbeitung der Fasern zugunsten des Samenertrages und der Samenqualität in den Hintergrund getreten.

Das Verhältnis von Fasergehalt zur Schäbe ist somit zugunsten der holzigen Bestandteile verschoben. Umso interessanter ist es nach Nutzungsmöglichkeiten des Nebenproduktes Ölleinschäbe zu suchen. Eine praktikable Verwertungslinie ist die energetische Nutzung sowohl der Schäbe, alternativ auch des unentholzten Ölleinstrohes.

Im Rahmen von technologischen Versuchen soll sowohl die technische als auch die wirtschaftliche Machbarkeit der Bioenergiegewinnung aus Ölleinschäben untersucht werden.

Dabei stehen die folgenden Verfahren im Mittelpunkt:

  • Verarbeitungs- und Umsetzungsversuche mit dem Plfanzenmateril in einer Biogasanlage
  • Aufbereitungsversuche und Einsatz des Pflanzenmaterials in einer mittleren Verbrennungsanlage
  • Verarbeitung des Pflanzenmaterials zu Energiepellets und Verbrennungsversuche in Kleinfeueranlagen 

Ölleinfaser zur Vliesherstellung

Logo Lnarsky svaz2.jpgIn der deutschen und österreichischen Automobilindustrie werden jährlich ca. 19.000 t Naturfasern im Interieur - Bereich verwendet. Dabei werden über 50% Flachsfasern, die als Nebenprodukt aus der Textilfaserproduktion anfallen, eingesetzt.

In gleichen Größenordnungen werden in Deutschland gegenwärtig Naturfasern im Dämmstoffsektor eingesetzt. In Tschechien ist eine deutliche Zunahme des Interesses an der Anwendung von Naturfaserdämmstoffen zu verzeichnen.

In diesem Zusammenhang sind auch eine Reihe von industriellen Umsetzungskonzepten zur Herstellung von Dämmstoffen aus Flachs und Hanf bekannt.

Fast der gesamte Bedarf an technischem Flachs wird außerhalb von Deutschland und Tschechien produziert. Durch den Strukturwandel in der Textilflachswirtschaft droht eine eingeschränkte Verfügbarkeit von technisch zu nutzenden Fasern. Die Substitution von Flachs- durch Ölleinfasern liefert hier der verarbeitenden Industrie eine höhere Rohstoffverfügbarkeit. Im Rahmen des Teilprojektes soll Ölleinstroh in stationären Anlagen mechanisch von den Schäben getrennt und auf die Vliesfähigkeit eingekürzt werden. 

Dokumentation, Wissenstransfer, Präsentation

Pscherer.gifIn enger Zusammenarbeit mit allen tschechischen und deutschen Projektpartnern fungiert das Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH im Projekt als koordinierende Schnitt- und Sammelstelle aller Projektergebnisse, die dann als nachhaltig nutzbare Dokumentation zusammengestellt werden. Projektzwischen- und Projektendergebnisse werden zudem öffentlichkeitswirksam präsentiert.